
ISBN 978-3-86841-341-0
1690Seiten
16 Euro
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Rolf Raasch
Texte zu Neoanarchismus und andere Schriften
Das Phänomen des Neoanarchismus hatte keine historischen Voraussetzungen, weil der Anarchismus hierzulande neu entdeckt werden musste. Ab Mitte der 1960er Jahre ging es viel mehr als im historischen Kontext um die Verwirklichung des anarchistischen Freiheitsversprechens. Eben nicht, wie im klassischen Anarchismus, um die Befreiung einer Klasse, oder um utopische Zukunftsprojektionen, sondern um soziale Experimente und die Realisierung individueller Freiheit in der Gegenwart.
Der Grundkonflikt zwischen Herrschaft und Freiheit schwelt ja stets weiter und stellt einen permanenten Aspekt menschlicher Existenz dar. Der Anarchismus, der individuelle Freiheitslösungen anstrebt, geht davon aus, dass Menschen sich jeden Tag und überall zwischen freiheitlichen und autoritären Lösungen zugunsten der Freiheit zu
entscheiden haben.
Ob der Alltagsmensch in diesem Sinne Anarchist:in sein kann? Damit sind Ansprüche verbunden, die oft nur schwer umsetzbar sind. Dazu ein Statement Gustav Landauers: „Es kommt keine Freiheit wenn man sich nicht die Freiheit und die eigene Façon herausnimmt, es kommt nur die Anarchie der Zukunft, wenn die Menschen der Gegenwart Anarchistensind, nicht nur Anhänger des Anarchismus“.
Diese Textauswahl, bestehend aus Artikeln, Stellungnahmen, Rezensionen und Nachrufen, umfasst Veröffentlichungen aus dreieinhalb Jahrzehnten. Neben dem Schwerpunkt Neoanarchismus schließen sich Artikel zu den Themen Exil, Lateinamerika und aktuellen Beispielen zivilgesellschaftlichen Engagements an.
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